Eda Aslan, Hanne Darboven, Hans Haacke, Saodat Ismailova und Helena Uambembe
19. Juli – 30. August 2026
Kooperation der Overbeck-Gesellschaft und St. Petri zu Lübeck
Wasser entzieht sich einer eindeutigen Erscheinungsform – es kommt und geht, kondensiert, verdunstet und hinterlässt Spuren. Im Spannungsfeld von Sichtbarkeit und Verschwinden, Materialität und Wandel versammelt Permeable Condensation künstlerische Positionen, die Wasser als materielle Präsenz ebenso wie als Medium sozialer, politischer und affektiver Beziehungen erforschen. Da Wasser seine Form von fest zu flüssig und gasförmig verändert, widmet sich diese Ausstellung den Zwischenzuständen: dem Moment, in dem das Unsichtbare sichtbar wird, dem Übergang von Dampf zu Tropfen, von Abwesenheit zu Anwesenheit. Werke von Eda Aslan, Hanne Darboven, Hans Haacke, Saodat Ismailova und Helena Uambembe untersuchen Prozesse wie Kondensation, Verdunstung und Erschöpfung, verstanden als Ausdrucksformen dieses Elements, das sich einer festen Form entzieht.
Der Ausstellungstitel Permeable Condensation verweist auf ein Paradox: Kondensation beschreibt einen Prozess der Verdichtung, des Materiell-Werdens, während Permeabilität Porosität, Offenheit und Übergang bedeutet. In ihrer Verbindung beschreiben diese Begriffe einen Zustand, in dem Grenzen instabil werden – dort, wo das Verdichtete sich zugleich wieder auflöst, wo Innen und Außen, Körper und Umwelt, Sichtbares und Unsichtbares ineinander übergehen. Wasser ist nicht nur ein physisches Phänomen, sondern auch ein Medium, das Erinnerung, Emotion und Macht trägt. Die in der Ausstellung versammelten Arbeiten bewegen sich zwischen Trockenheit und Überfluss, zwischen Kontrolle und Entzug, und fragen danach, wie Wasser Landschaften formt, Körper durchdringt und politische Realitäten bestimmt.
Wasser erscheint als eine Substanz, die durch Relationalität bestimmt ist – als etwas, das erst durch seine Verbindungen, Zirkulationen und Übergänge in Erscheinung tritt. In seiner Fähigkeit, zwischen physischen Zuständen zu wechseln, macht Wasser Prozesse sichtbar, die sich linearer Kontrolle entziehen. In seinen chemischen, wissenschaftlichen und politischen Verflechtungen ist Wasser zugleich essenziell und epistemisch: Es speichert, überträgt und transformiert Bedeutungen, Affekte und Machtverhältnisse. Seine Verteilung ist ungleich, sein Zugang reguliert, seine Dynamiken oft unvorhersehbar. Aus dieser Perspektive ist Wasser ein aktiver Bestandteil sozialer, ökologischer und ökonomischer Systeme, in denen Fragilität und Abhängigkeit untrennbar miteinander verwoben sind. Im Zentrum der Ausstellung steht die Spannung zwischen Liquidität und Macht: Wasser als lebensspendende Ressource, als verbindendes Element und zugleich als politisch und ökologisch umkämpftes Gut.
Kuratiert von Paula Kommoss und Talia Walther
PROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG
ERÖFFNUNG
Samstag, 18. Juli 2026
Overbeck-Gesellschaft
14-16 Uhr, Soft-opening
14 Uhr, Dialogische Führung mit Paula Kommoss
14:30 Uhr, Kinderworkshop Run Water Run
mit Tahnee Eltze
St. Petri zu Lübeck
16 Uhr, Performance von Jaq Lisboa
17 Uhr, Begrüßung von Anne Freudenberg-Klopp, Pastorin
Einführung von Paula Kommoss, Direktorin und Talia Walther, Ko-Kuratorin
VORTRAG
Donnerstag, 23. Juli 2026
Overbeck-Gesellschaft
16 Uhr, Vortrag Prof. Dr. Mojib Latif
FÜHRUNG
Samstag, 28. August
St. Petri zu Lübeck
18 Uhr, Führung durch die Ausstellung mit Talia Walther