Themenabend, 16. März, 20 Uhr

"Meine Kindheit – mein Trauma – meine Beziehung … und Ich." Traumaweitergabe über Generationen. Seelische, persönliche und gesellschaftliche Nachwirkungen des Zweiten Weltkrieges und Wege zu ihrer Überwindung.

„Viele der etwa zwischen 1955 und 1975 geborenen Männer und Frauen in Deutschland teilen das Lebensgefühl: Heimatlosigkeit, das Gefühl, sich nirgends verwurzeln zu können, die eingeimpfte Existenzangst, Bindungsschwierigkeiten, Identitätsverwirrungen und vor allem das Gefühl, bei den Eltern etwas wieder gutmachen zu müssen.“ (M. Lohre)

Wie kommt das? Hat das damit zu tun, dass die Eltern und Großeltern im Krieg Unverdauliches erlebt haben, zum Teil traumatisiert worden sind? Was haben ihre Erlebnisse und Erfahrungen aus ihnen für Menschen gemacht? Wie habe ich sie als Kind und später erlebt? Haben Schrecken, Entsetzen, Verletzungen und Verlust, die für sie „nicht zu fassen“ waren, bei mir Spuren hinterlassen? Wenn das so ist: Wie kann ich als Kriegsenkel mehr Verständnis für mich entwickeln? Wie kann ich mich mit meiner Vergangenheit versöhnen? Dem will ein vielstimmiger Themenabend in St. Petri auf den Grund gehen. Unterschiedlichste Stimmen sollen dabei zu Wort kommen. Traumaweitergabe in psychotraumatologischer und theologischer Sicht ist Thema eines Beitrags von Pastoralpsychologin und Traumatherapeutin Mari Böhrk-Martin, Leiterin der TelefonSeelseelsorge Lübeck. Matthias Lohre, Journalist und Autor aus Berlin wird über seine ganz persönlichen Erfahrungen als „Kriegsenkel“ und die „Nebel seiner Kindheit“ sprechen und erzählen, wie man diesen seelischen Verletzungen als Laie auch über Generationen hinweg begegnen kann. Dr. Jürgen
Müller-Hohagen vom Dachau-Institut wird schließlich über die seelischen Nachwirkungen der NS-Zeit und die Spätfolgen speziell für die Politik und die Gesellschaft sprechen.

Eingerahmt werden die Impulsreden durch Musik, Prosa und Installationen. Schauspieler Philipp Romann wird in die Welt der Schneekönigin entführen, eine Welt, in der ein Spiegelsplitter einen kleinen Jungen bis ins Mark verletzt und ein kleines Mädchen ihn nach langer gefahrenvoller Reise aus dem Eisnebel befreit. Das „Orbis Duo“ (Page Woodworth, Violine / Matthias Krohn, Marimba) wird außergewöhnliche Klangbilder erzeugen, Sarak Proske (Klavier) und Johanna Bechtel (Violine) werden scheinbar Bekanntes musikalisches aus den Fugen geraten lassen. Bilder voller gelebter Geschichte und eine Installation mit dem Titel „aufeinanderzu“ geben Ausblicke, wie Begegnungen gelingen könnten. Regie führt Theaterregisseur Knut Winkmann.

Veranstalter: TelefonSeelsorge Lübeck und Ev.-luth. Kirche in Lübeck-Lauenburg. Im Anschluss an die knapp einstündige Spurensuche sind alle Besucher*innen herzlich eingeladen, bei Wasser, Wein und Brot miteinander ins Gespräch zu kommen. Der Eintritt ist frei. Spenden gern gesehen.

 

 

 

 

 

 

 

Der Lübeck-Blick vom Petri Aussichtsturm:
Ein Muss in jedem Ausflugsprogramm.

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